Orgelbaugesellschaft
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Ev. Kirche in Bremen – Grohn

Ev. Kirche in Bremen – Grohnlupe

Wie viel Neobarock darf es sein?

Diese Frage stellte sich besonders bei dem aktuellen Projekt in Bremen Grohn. Die Kirche St. Michael kann auf eine wechselvolle Orgel-Geschichte zurückblicken. Mit dem Baubeginn im Jahre 1907 entstand ein für die Bremische Kirchenlandschaft herausragendes Gebäude, dessen Planung auf den Konsistorialbaumeister Mohrmann aus Hannover zurückgeht. Die komplette Ausmalung wurde von dem ebenfalls aus Hannover stammenden Maler Bohlmann gestaltet.

Im Jahre 1908 entstand die erste Orgel mit 12 Registern von der Fa. Faber aus Salzhemmendorf. Dieses Instrument zeigte schnell erste Schwächen und wurde 1929 durch einen Neubau von Furtwängler & Hammer  abgelöst.

1972 musste auch dieses Instrument weichen und wurde durch eine komplette neue Orgel mit 27 Registern aus dem Hause  Hammer ersetzt. Die Orgel von Furtwängler & Hammer wurde zerstört, glücklicherweise blieb aber die herrliche Prospektfassade (nun 37 Jahre) in einem Lagerschuppen erhalten.

In den letzten Jahren stellte sich bei der Hammer Orgel Handlungsbedarf heraus. Da in der Kirche umfangreiche Rekonstruktionsmaßnahmen erfolgt waren, war schnell klar, dass der historische Prospekt wieder in ein neues Orgelkonzept eingebunden werden musste. Zudem bot sich die Rückstellung der Orgel von der Westempore auf die dafür vorgesehene Nordempore an. So entstand nach verschiedenen Planungen nun ein Instrument mit 28 Registern, welches neben kleinen Änderungen seinen klassischen Kern im Hauptwerk behielt und das Pedalfundament durch entsprechende Umdisponierungen  grundtöniger geformt wurde. Das Brustwerk der Hammer Orgel wurde zugunsten eines neuen Schwellwerkes aufgegeben. Das  neue Schwellwerk orientiert sich an der klanglichen Ästhetik von Furtwängler & Hammer. Dabei konnten auch originale Register verwendet werden.

 

Disposition

Hauptwerk 1. Manual    
Bordun 16' Bestand, modifiziert aus Pommer 16',
Hammer 1972
Prinzipal 8' Bestand, fehlende Pfeifen C- E neu
Gambe 8' Bestand, 19. Jahrhdt.
Spillflöte 8' Hammer 1972
Octave 4' Hammer 1972
Nachthorn 4' Hammer 1972
Octave 2' Hammer 1972, (vormals im Brustwerk)
Sesquialtera 2fach Hammer 1972
Mixtur 4fach Hammer 1972
Trompete 8' Hammer/Giesecke 1972
     
Schwellwerk 2. Manual    
Geigenprinzipal 8' Furtwängler&Hammer, ca. 1900
Salicional 8' neu, Reichenstein 2009
Vox Coelestis 8' ab c, Furtwängler&Hammer, ca. 1910,
in sich rein, aber höher gestimmt
Lieblich Gedackt 8' Hammer, 1960
Fugara 4' Furtwängler&Hammer, ca. 1900
Traversflöte 4' Furtwängler&Hammer, ca. 1900
Waldflöte 2' Hammer 1972, vormals im Hauptwerk
Mixtur IV, 2' Hammer 1972, zum Teil aus Pedalmixtur
Fagott 16' z.T. aus Fagott 16' des vormaligen Pedals,
Rest neu
Oboe 8' Furtwängler&Hammer/Giesecke,
ca. 1910
     
Tremulant    
     
Pedal    
Subbass 16' Furtwängler&Hammer, ca. 1910
Quintbass 10 2/3 Furtwängler&Hammer, ca. 1910
Octavbass 8' Hammer 1972
Cello 8' Furtwängler&Hammer, ca. 1910
Gedacktbass 8' Hammer 1972
Flötbass 4' Hammer 1972
Posaune 16' Stiefel Furtwängler&Hammer ca. 1910,
Becher neu
Trompete 8' neu
     
Manualkoppel, Superkoppel II/I, Pedalkoppel I, Pedalkoppel II
mechanische Tontraktur, elektrische Registerbetätigung mit Setzer
Großer Faltenbalg, 80 mm WS Winddruck, Stoßfängerbälge in den Windladen

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